Wolfgang Dorra | Energie-Effizienz und Wäschereitechnik
Wärmerückgewinnung aus Abluft und Abwasser mit unseren neu entwickelten Wärmetauschern
Quelle: WRP Wäscherei | praxis 11/2009 mehr unter www.wrp-textilpfege.de

Wäscherei Sicking in Münster

„Wärmerückgewinnung heißt Energiesparen“


Mitte des Jahres hat die Wäscherei Sicking in Münster den Betrieb um eine neue Produktionshalle erweitert. Man brauchte Platz für eine neue zwölf Kammer/50 Kilogramm Waschstraße inklusive Trocknersystem sowie eine neue Trockenwäsche-Faltmaschine und einen Tunnelfinisher. Bei der Erweiterung der Wäscherei gab es noch ein Ziel: Die Rückgewinnung und Wiederverwendung der zum thermischen Desinfizieren eingesetzten Wärmeenergie. Gelöst wurde diese Anforderung durch die Installation eines Profit-Aqua Wärmetauschers der Firma Dorra.

Die Wäscherei Sicking ist ein mittelständischer Familienbetrieb und wurde 1923 durch Maria Sicking, der Großmutter des heutigen Seniorchefs Wolfgang Wildschütz beziehungsweise Urgroßmutter der beiden Geschäftsführer Moritz und Alexander Wildschütz, gegründet. Wurde zu den Gründungszeiten noch überwiegend Privatwäsche bearbeitet, zählen heute insbesondere Hotels und Restaurants, Alten- und Pflegeheime, Arztpraxen und Institute aus dem Gesundheitswesen sowie Handwerks- und Industriebetriebe, aber nach wie vor auch Privatkunden, zur Klientel.

Sämtliche Textilien werden in der Wäscherei mit Hilfe neuester Technik und schonender Waschverfahren gepfegt. Erst im Juli 2009 hat das Unternehmen in eine neue Produktionshalle investiert, um Platz für eine neue 12 Kammer/50 Kilogramm Waschstraße inklusive Trocknersystem, sowie eine neue Trockenwäsche-Faltmaschine und einen Tunnerfinisher zu schaffen. Hierdurch ist es der Wäscherei Sicking möglich, im Einschichtbetrieb mehr als acht Tonnen Wäsche am Tag zu bearbeiten. Für eine effiziente Wärmerückgewinnung wurde der Profit-Aqua Wärmetauscher der Firma Dorra, Melle, installiert. Durch diese Maßnahme sind die Energiekosten drastisch gesenkt worden. „Energie- und damit Kostensparen war bei der Betriebserweiterung ein wichtiges Ziel“, erklärt Alexander Wildschütz. „Beim thermischen Desin"zieren wird Abwasser bis zu einer Temperatur von 80°C erzeugt. Maßgeblich für uns war, diese thermische Energie aus dem Schmutzwasser zurückzugewinnen und dem Waschprozess wieder zuzuführen und somit die Energiekosten erheblich zu reduzieren. Ein zusätzlicher Nebeneffekt dabei sollte das Absenken der Schmutzwassertemperatur auf eine nach oben begrenzte Temperatur sein. Dieses Ziel wurde mit der Inbetriebnahme der Abwasser- Wärmerückgewinnungsanlage der Firma Wolfgang Dorra Wäschereitechnik aus Melle erfolgreich realisiert.“

Die Wäscherei Sicking betreibt neben einer Waschstraße auch mehrere große Waschschleudermaschinen. Dabei wird das Abwasser schwallartig, teilweise auch von mehreren Maschinen gleichzeitig, abgegeben. Damit die dabei anfallenden großen Wärmeenergiemengen ohne Einsatz eines sehr großen oder sogar zusätzlichen Wärmetauschers zurückgewonnen werden können, wurde die Anlage speziell für die Anforderungen der Wäscherei Sicking konzipiert.

Das Herzstück der Anlage ist der Doppelrohrwärmetauscher, in dem die Wärmeenergie des Abwassers im Gegenstromverfahren, ohne gegenseitige Berührung, an das Frischwasser übertragen wird. Diese Kombination aus Doppelrohrbauweise und Gegenstromverfahren ist die Basis für eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung von bis zu 90 Prozent. Der Wärmetauscher, der aus insgesamt zwölf Modulen aufgebaut ist, wurde platzsparend in 3 Meter Höhe an die Wand montiert.

Das Abwasser aus Waschstraße und Waschschleudermaschinen wird zunächst in einem wärmeisolierten Tank zwischengespeichert. Von dort wird es bei Bedarf mit einer Pumpe zum Wärmetauscher gefördert. Um die zum Teil großen Frischwassermengen für die mit diskontinuierlicher Wasserzufuhr arbeitenden Waschschleudermaschinen und die Waschstraße in kurzer Zeit bereitstellen zu können, wurde in die Versorgungsleitung ein großer Warmwasserpuffer mit einem hydraulischen Widerstand nahe Null integriert. Aufgeladen wird dieser Pufferspeicher mit Hilfe einer Ladepumpe. Diese pumpt das Frischwasser durch den Wärmetauscher, wo es aufgewärmt wird und anschließend in den Pufferspeicher gelangt.

Gesteuert wird die Wärmerückgewinnungsanlage mit einer einfachen, effzienten Steuerung. Diese erkennt mit Hilfe des Sensors im Abwassertank, welche Menge heißen Abwassers und somit Energie zum Aufaden des Frischwasserpuffers zur Verfügung steht. Der Ladezustand des Frischwasserpuffers wird mit Hilfe mehrerer Temperatursensoren am Pufferbehälter ermittelt.

Die neben dem Spülwasser ebenfalls vom Profit-Aqua indirekt bewirkte Vorerwärmung der Prozesswässer sorgt beim Vorwaschen und Klarwaschen für eine weitere wichtige Senkung der Energiekosten auf der Waschstraße sowie auf den Waschschleudermaschinen.

Des Weiteren bewirken die höheren Spülwasser-Temperaturen eine bessere Entwässerung, also eine geringere Restfeuchtigkeit nach der Presse, und daher kürzere Trockenzeiten. Daraus resultiert eine weitere Kosteneinsparung durch geringeren Energiebedarf in den Trocknungsprozessen. „Mit der Profit-Aqua Anlage ist uns die optimale Ausschöpfung und Wiederverwendung der vorhandenen Wärmerückgewinnungspotentiale auf allen Waschmaschinen unseres Betriebes gelungen“, berichtet Alexander Wildschütz abschließend. „Kein Abwasser gelangt einfach in den Gully, ohne zuvor wärmemäßig konsequent weiter genutzt zu werden.“

Quelle: WRP Wäscherei | praxis 11/2009 mehr unter www.wrp-textilpfege.de

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